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 Betreff des Beitrags: Marionette elektrisch
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 01.07.2014 08:07 
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Im Nachbarforum, das nicht alle lesen habe ich einen detaillierten Baubericht über eine sehr unkonventionellen Nachbau der berühmten Marionette gepostet. Da ich wegen der Umkonstruktion sehr intensiv den Plan studieren musste, ist mir eine Besonderheit aufgefallen. Diese Frage konnte (oder wollte) dort bisher keiner beantworten. Da hier doch mehr Wettbewerbspiloten vertreten sind, wiederhole ich die Frage hier nich einmal, und hoffe sehr auf Antwort.

Sie lautet:

Beim Studieren der Originalzeichnung der Marionette ist mir etwas aufgefallen, das ich mir gerne bestätigen lassen würde. Motorsturz, EWD alles =0 Grad.

Aber bezogen auf die Unterlinie ist alles ca. 2 Grad nach oben gestellt.

Nun liegt der Nullauftriebswinkel der meisten symetrischen Profile in der 2 Grad Kante, das bedeutet, daß die Nase beim Geradeausflug grundsätzlich ca. 2 Grad nach oben zeigen muß. Wenn man nun einen solchen konstruktiven Aufwand treibt, um das optisch zu kaschieren, muß ein tieferer Sinn dahinter stecken, der F2B spezifisch sein muß. Ich vermute, daß dadurch erreicht werden soll, daß der Rumpf im Geradeausflug perfekt in Flucht mit dem Horizont sein sollte. Ist damit exakter zu fliegen, oder dient es dazu den Punktrichtern ein perfekt gerade fliegendes Modell zu präsentieren ? Wird das bei allen modernen F2B Modellen so gemacht ?

PeterKa


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 Betreff des Beitrags: Re: Marionette elektrisch
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2014 11:34 
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Zum "grundsätzlichen" Anstellwinkel von 2° (ca. + 10 mm) der Tragfläche:

Ich weiss nicht genug über Aerodynamik um diese Aussage zu qualifizieren, könnte mir jedoch vorstellen, dass der im Horizontalflug tatsächlich benötigte Anstellwinkel von Faktoren wie Flächinhalt, Profil, Fluggewicht, Geschwindigkeit, usw. abhängig sein dürfte. Irgendwo glaube ich einmal gelesen zu haben, dass - bei einem "normalen" Kunstflugmodell - ein Anstellwinkel von ca 0.5° (ca. + 2.5 mm) genüge, um den Zustand Auftrieb = Gewicht zu erreichen.

Die Annahme, nach der Punktrichter die Bewertung der Qualität von Manövern von der Rumpfform abhängig machen, erscheint mir gewagt und dürfte an jedem einigemassen qualifizierten Wettbewerb zu wiederlegen sein. Was hingegen wirklich zählt, sind die Form der Manöver und, ganz wichtig, deren Lage auf der Flughalbkugel, und, wie man in den USA sagt; "Bottoms and Intersections"... Wer das einigemassen im Griff hat wird immer und überall gut bewertet, ganz egal wie der Flieger aussieht.


Zu den Ein-bzw. Anstellwinkeln:

Ich habe, über eine ganz Anzahl von Modellen hinweg, verschiedene Anstellwinkel von Stabilos und unterschiedliche Winkel der Motorzugachse, beides in Bezug auf die Mittellinie der Tragfläche ausprobiert:

Verbrenner, rechtsdrehend:
Motor 25 mm über Mitte Tragfläche
Stabilo 30 mm über Mitte Tragfläche
Motorzug: 2° nach unten
Stabilo: 0.5° nach oben
funktioniert gut

Elektro, linksdrehend:
Motor 30 mm über Mitte Tragfläche
Stabilo 40 mm über Mitte Tragfläche
Motorzug: 2° nach oben
Stabilo: +/- 0°
funktioniert gut

Um sowohl Rechts- wie auch Linksläufer auf dem gleichen Modell zu erproben, habe ich meine zwei neuesten E-Modelle so gebaut:

Motor 30 mm über Mitte Tragfläche
Stabilo 45 mm über Mitte Tragfläche
Motorzug: +/- 0° nach oben
Stabilo: +/- 0°
Beide Modell funktionieren, bis jetzt nur mit Linksläufern, ausgezeichnet

Peter Germann


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 Betreff des Beitrags: Re: Marionette elektrisch
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2014 11:58 
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Danke für die Antwort.

Die Aussage mit der Bewertung der Rumpfform war nicht so gemeint, wie sie vielleicht angekommen ist. Es geht ja um die Ausleitung der Figuren, die immer in die Waagrechte münden. Das bedeutet daß ein angestellter Rumpf bei Rückwärtsfiguren die Figur optisch einen Tick zu früh beendet. Das ist natürlich minmal, aber Punktrichter achten ja auf die verrücktesten Sachen ;-) Und vielleicht will man ja auch im Rückenflug ein kerzengerade ausgerichtetes Modell haben.

Ich weiß genug über Flugmechanik und Aereodynamik um zu wissen, daß ein symetrisches Profile ca. 2 Grad Anstellwinkel benötigt, um überhaupt Auftrieb zu liefern. Das ist ein Profilparamter, den man aus Tabellen ablesen kann. Man kann da so gut wie nicht dran drehen, denn wenn der Auftrieb nicht reicht, hebt das Modell nicht ab. Also stellt man das Höhenruder per Trimmung oder Ausschlag automatisch in die richtige Position.

Es ist natürlich wünschenswert, daß das Höhenruder keinen Winkel zur Dämpfungsflosse hat, denn nur so wird sein Widerstand minimal (Bei Hochleistungsseglern stellt man die EWD so lange ein, bis das Höhenruder exakt gerade ist). Optisch sehen kann man das im Flug nicht, 2 Grad über die kurze Distanz ist einfach zu wenig.

Bei der Rumpflänge von über einen Meter Länge sieht das etwas anders aus, da machen 2 Grad mehr als 2 cm aus, was optisch auffällt. Ich gehe also davon aus, daß Dr. Egervary die kerzengerade Rumpflage im Raum angestrebt hat, und daher alle 3 Winkel zu dieser Achse angestellt hat. Und ich entnehme dem Posting, daß das wohl jeder ein wenig nach seinem persönlichen Vorlieben handhabt.

Ich habe mich bei der Marionette exakt an seine Vorgaben gehalten (was die Vermessung betrifft), wollte aber eine Rückmeldung haben, um die Dinge besser zu verstehen.

PeterKa


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 Betreff des Beitrags: Re: Marionette elektrisch
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2014 14:48 
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2° Anstellwinkel:
Ich habe auf" Stunthanger" http://stunthanger.com/smf/index.php (noch) keine Info zu Anstellwinkel eines Flügels mit Flaps im Horzontalflug gefunden und werde dort einmal nachfragen. Zu beachten bleibt, dass wir im Horzontalflug nur dann oben bleiben können, wenn das Höhenruder nach oben ausgelenkt wird. Was bedeutet, dass die Flaps nach unten ausgelenkt sind, wobei dann die den Anstellwinkel bestimmende Profilsehne (inkl. Flaps) nicht mehr derjenigen des Profiles ohne Flapausschlag entspricht.

Peter G.


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 Betreff des Beitrags: Re: Marionette elektrisch
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 03.07.2014 10:26 
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Hier ist ein Beispiel gut funktionierender Recherche über das Internet. Es zeigt den tatsächlichen Nutzen guter Foren:

Folgende Frage habe ich gestern im Forum "Engineering Board" auf "Stunthanger" gestellt:

"Assuming level flight with elevators slightly up and flaps slightly down, how much (order of magnitude) is the actual AoA of a typical, flapped stunt wing?"

Innerhalb von gerade einmal 24 Stunden wurden 10 Antworten von durchaus bekannten Experten gepostet, darunter auch die mathematische Lösung des Problems von Brett Buck:

"Figure the Cl is about .1 per degree, solve the lift equation for Cl, should get you pretty close.

f=1/2*Cl*rho*A*v^2

2*f/(rho*A*v^2)=Cl (f/a= wing loading)

putting in my airplane as an example
f=4 lb, a=4.61 sq feet, rhos = 0.0023 lb/ft^3, v=80 ft/sec

Cl=0.12 degrees, so about 1.2 degrees. Some of that is taken out with flap deflection, so, maybe the fuselage is about 0.5-0.6 degrees or so .


Diese stimmt im Wesentlichen auch mit der von Igor Burger gegebene Antwort überein (AoA = Anstellwinkel):

"Depends on several factors like wing load, flap : elevator ratio, CG position, lap time etc, my calculator says (for data of models which I really had (first 3) and TP for some expected data 1700g heavy and CG at 22%)":

model ------ elevator deflection -------- AoA

max ------------ 1.65 -------------------0.31
cardinal--------- 1.44 -------------------0.52
dreadnought --- 1.64 -------------------0.39
trivial pursuit --- 1.36 ------------------0.53

siehe auch: http://stunthanger.com/smf/index.php/to ... cseen.html

Vielen Dank, Peter, für deine Anregung. Es hat sich gelohnt, genauer hinzuschauen...

Peter G.


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 Betreff des Beitrags: Re: Marionette elektrisch
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 03.07.2014 10:56 
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Danke Dir Peter. Leider sind meine oftmals recht komplexen Frage hier nicht sonderlich beliebt. Wenn man aber wissen will was passiert, sind sie unerläßlich. Und der eine oder andere fühlt sich ja dann doch angesprochen wie man sieht ;-)

Ich habe jetzt alles zusammen um bald meine erste komplette Eigenkonstruktion in Angriff nehmen zu können: Golden Eye... Vorausgesetzt die Marionette erfüllt die Erwartungen.

Gruß Peter


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