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 Betreff des Beitrags: Auflösung alter Fesselflugsammlung
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 27.03.2016 22:18 
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Udo Thomas hat mich gebeten folgen Text einzustellen. Bei Interesse meldet euch bitte bei mir, ich schicke dann seine e-mail-Adresse.
Gruß Claudia


Hallo Fesselflieger !

Sowohl mit dieser (s. Foto im Anhang) Batterie (da Glühkerzenbetrieb ─ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit heute „kein Saft mehr drauf“) als auch „klassisch“ von „Hand zu Fuß“ [meist mit „blauen“ Fingern (trotz Handschuh)] wurden (zumindest was meine Aktivitäten betraf) bei den DM in Kassel 1962 die Motoren der Kunstflugmodelle gestartet. [Als Führerschein-Neuling durfte ich (mit „Schmiermaxe“) angesichts der „Wichtigkeit dieser Veranstaltung“ sogar mit dem Firmen-VW-Bus anreisen.]. Danach ging es 1963 zu den EM nach Genk. Zur Teilnahme an der WM in Budapest 1964 hatte es leider nicht gereicht; außerdem stand die Einberufung zur Bw einem solchen „Ausflug“ entgegen.

Einige Flugmodelle aus dieser Zeit lagern bis heute im Keller so vor sich hin. Alle Modelle waren damals reine Handarbeit [anfangs mit Papier-, später mit Japanseide bespannt („teures“ Basteln, da das Taschengeld im Pfennigbereich lag) und [aus Gewichtsersparnisgründen auch noch mit „leichter“ Farbe (selbst kleine Döschen waren „schweineteuer“ und sie wurden auf einer Waage beim Apotheker nach „Lackgewicht“ geprüft, damit Gewicht gespart werden konnte)] mit einem Schulpinsel lackiert/gestrichen.

Handgefertigte Schablonen halfen, Rumpf und Rippen (z. B. für die Tragflächen etc.) mit der Laubsäge (Holz-/Metallsägeblätter) heraus zu schneiden und dann zu schleifen. Balsaholz gab es damals nur in einem „Bastel-Geschäft“ im 32 Km entfernten Kaiserslautern zu kaufen; war mit dem Gepäckträger am Fahrrad kein Problem. Die Tanks wurden „pass-/kubikgenau“ selbst gelötet und dann ging´s ab zum Kunstflug [FAI-Programm (deutsch); alles rund / AMA-Programm (bei den Amerikanern in KL) alles eckig], zur Fuchsjagd (meist bei den Amerikanern in KL) und zum Geschwindigkeitsflug (auf Drehteller stehend mit Monoleine in Neustadt/ Weinstraße).

In Neustadt war ein „Sicherheitszaun“ errichtet (hinter dem sich die Zuschauer aufhalten konnten) den es bei unserem Platz nicht gab. Nach „groben Messungen“ lag die Geschwindigkeit bei diesem Modell damals schon bei um ca. 300 Km/h; Die Tragfläche wurde aus einem Stück Furnier handgeschliffen und somit sehr dünn, extrem stabil und vor allem verwindungsfest – sie durfte ja nicht „flattern“. Als Antrieb hatte ich ein (von uns Jungen damals als „Strahltriebwerk“ genanntes) „umgebautes“ Mopedauspuffteil verbaut (Hierzu half mir damals ein „Technik-Freak“ aus der amerik. Armee in KL.). Bedauerlicherweise habe ich das Rekord-Geschwindigkeits-Fesselflugmodell nicht mehr; es ging „verloren“ bei einem Flugtag im 15 Km entfernten Neustadt/Weinstraße. Leider hatte damals niemand gesehen, wer sich bei unseren Fahrrädern samt den Modellen etc. aufgehalten hatte … plötzlich war das Modell weg und die Stimmung bei der „Heimradelei“ fiel noch unter den Tiefpunkt.

Alle „Überbleibsel“ (damals flugtaugliche, reparierte und seinerzeit noch im Bau befindliche Modelle sowie die Motoren und Motorteile) stammen aus der Zeit von 1956-1964; sie wurden seit Ende 1964 nicht mehr genutzt.

Unser aller Leidenschaft hatte sich aufgrund der Einberufung vieler „Fesselfliegeranhänger“ zur Bw leider „verflüchtigt“; meine Utensilien habe ich jedoch noch verwahrt, da ich nie so richtig von der Fesselfliegerei los kommen konnte. So sind die Überreste eines einst so leidenschaftlich ausgeübten Hobbys bis heute (zumindest in Teilen) noch vorhanden.

Kunstflug und Fuchsjagd waren meine Leidenschaft. Alles war sehr stark emotional und handgestrickt“ getragen, denn viele Modelle wurden aufgrund div. „Abstürze“ 3-5 Mal geflickt … eben so lange, bis wirklich gar nichts mehr ging und die Optik einen fürchterlichen Eindruck hinterließ, was insbesondere die zur Fuchsjagd gebastelten Modelle betraf.

Aus diesem Grund sind nur noch wenige Rohbauten vorhanden und auch nur noch ein bei den Amerikanern einsetzbarer „Doppelrumpf“ [natürlich mit 2(!) Enya-Motoren ausgestattet, was damals ein richtiger „Hingucker“ war].

Man musste ja Modelle „vorhalten“ und zu den „Fliegereien“ immer 2-3 Modelle auf dem Fahrrad mitnehmen, um „absturzbedingt“ nicht gleich wieder nach Hause fahren zu müssen; oft musste auch schnell der Motor umgebaut werden, damit es weiter gehen konnte.

Leider ist davon kein flugfähiges Modell mehr vorhanden sondern nur noch ein Rohbau.

Insgesamt gilt festzustellen, dass ich aufgrund sehr sehr beschränkter finanzieller Mittel zu keiner Zeit in der Lage war, vorgefertigte Flugmodell-Baukästen (die es damals ja auch schon gab) zu kaufen … die Bastelei hiermit hätte mir auch keinen Spass gemacht, denn ich wollte „richtig basteln“ und nicht „gekaufte Flieger“ fliegen lassen … ob man das heute auch noch so findet ???

Da meine Kinder und Enkel keinen Spass an diesem Hobby haben, findet „mein alter Kram“ keine Aufmerksamkeit mehr. Sie sehen sich ab und zu jedoch mal Flugmodell-Veranstaltungen an und bewundern den „perfekten Umgang mit Elektronik“ bis hin zum Drohnen-Einsatz.

Wenngleich auch diese Art „Modellfliegerei“ viel Geschick erfordert, kann ich mich noch immer nicht so richtig damit anfreunden. Dies war auch in meiner Jugendzeit schon so, denn damals war eine 2-Kanal-Steuerung schon etwas Besonderes und von den Kosten her für mich ohnehin unerschwinglich … also blieb ich lieber beim „Hand-zu-Fuß-Basteln und -Fliegen“.

Übrigens:
Einer dieser damaligen „Technik-Profis“ (H. W.) war derjenige, auf dessen Erfindung der Verbau der heutigen Kontrollanzeigen in Autos etc. zurück zu führen ist, die dann aufleuchten, wenn z. B. die Birne eines Rückstrahlers nicht mehr funktioniert.

L a n g l a n g i s t ´ s h e r .

Ungeachtet dieses Rückblickes fällt es mir noch immer schwer, alle „Überbleibsel“ aus dieser Hobby-Ära einfach auf den Müll zu werfen.

So könnte ich mir vorstellen, dass evtl. doch der ein oder andere „Pilot“ Spass haben könnte, die unfertigen Modelle fertig zu basteln, denn dann wäre es auch nicht so schlimm, wenn bei einem Absturz nicht gleich das „schöne eigene“ Modell zerlegt wird.

Vielleicht gereichen die Modelle auch zur Dekoration nach dem Motto „Historische Überbleibsel einer Fesselfliegerei aus den 50/60ern“.

Falls ich Ihr Interesse geweckt haben sollte und Sie sich evtl. für den Erwerb dieses „Nachlasses“ begeistern, lassen Sie bitte einfach etwas von sich hören, ansonsten biete ich alles via eBay an.

Mit freundlichem Gruß

Udo THOMAS
(Ein „leider bereits gealterter“ Fesselflieger)

PS:
Im Anhang einige Fotos aus der „alten Bastelzeit“

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_________________
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Die meisten Ehemänner sind der beste Beweis dafür, daß Frauen Humor haben.


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