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 Betreff des Beitrags: E-Hunting, schon wieder??
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 27.03.2017 13:35 
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Hallo Zusammen,

nur vorweg: nein,ich habe z.Zt. kein Problem mit einem Flugzeug, welches auf Biegen und Brechen nicht geradeausfliegen möchte.

Ich habe aber am Samstag eine interessante Erfahrung gemacht, die ich hier kurz zum Besten geben möchte.

Meinem derzeit einzigem konkurrenzfähigen Elektromodell habe ich im Winter 15/16 eine neue, größere Tragfläche verpasst, da die Originalfläche zu wenig Auftrieb erzeugte, das Modell in scharfen Ecken durchsackte und leider auch ein wenig zu schwer gebaut war.

Die neue Fläche vergrößerte ich in der Spannweite um 10cm und änderte auch die Randbogenform in Richtung "Horner-Tip". Das ist die Form, die auch Ted Fancher immer bei seinen Modellen verbaut hat. Mit dieser Fläche fliegt das Modell gut, huntet nicht, hat genug Auftrieb und es gibt eigentlich nichts auszusetzen, außer dass es mir nicht gelungen ist, die Fläche leichter als die Originalfläche zu bauen.

Mittlerweile habe ich recht erfolgreiche Versuche mit leichteren Batterien gemacht und so das Modellgewicht um gut 40g senken können. Mit dem leichteren Antrieb wollte ich am Samstag nochmal die alte Fläche probieren, ob sie denn genug Auftrieb mache würde.

Fazit: Nein, die Fläche braucht noch immer viel, viel mehr Anstellwinkel als die neue und das Modell fliegt auch nicht gescheit geradeaus. Das fand ich interessant und schaute mir die alte Fläche nochmal genauer an. Der Nasenleistenradius ist viel größer und das Profil vorne somit stumpfer als bei meiner neuen Fläche. Die neue Fläche hat ca. 8 mm Nasenradius, die alte 10mm. Man merkt schon im Geradeausflug, dass die alte Fläche mit dem stumpfen Profil deutlich mehr Ausschlag benötigt, um Richtungsänderungen vorzunehmen, so, als würde bei geringen Anstellwinkeländerungen die Strömung dies erst mal ignorieren wollen. Zackenband als Turbolator habe ich natürlich großzügig verklebt, daran liegt es wohl nicht.

Es wäre also mal einen Versuch wert, den Nasenradius wieder spitzer auszubilden, z.B. mit einer kleinen Balsadreiecksleiste. Vielleicht geht damit das Hunting weg.

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#2Ungelesener BeitragVerfasst: 27.03.2017 21:22 
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Hallo Christoph,

was ist ein Horner-Tip? Wie sieht dein Randbogen jetzt wirklich aus?
Ich habe keine Ahnung, was du meinst.

Martin


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 28.03.2017 07:25 
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Hallo Martin,

mein neuer Randbogen ist dieser:

Bild

und die alte Fläche sah so aus:

Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#4Ungelesener BeitragVerfasst: 28.03.2017 23:18 
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Hallo Christoph, liebe Aerodynamiker,

"normale" Randbögen sind rechteckig oder abgerundet. Der Überdruck auf der Unterseite strömt seitlich um das Flügelende herum und gleicht den Unterdruck auf der Oberseite aus. Dies erzeugt einen bremsenden Randwirbel und vernichtet Auftriebskraft. Soweit klar.
Bereits Mitte der 40er-Jahre hat Alexander Lippisch dazu geforscht:

Bild

Hier die Lippisch-Ohren an der He-162. Die werden auch Drooped Wingtip genannt, verlagern der Wirbel nach außen unten und erhöhen vorwiegend den Auftrieb.
Die Winglets, die wir von den Airlinern her kennen, machen aus dem Wirbel Vortrieb. Diese Raised Wingtips benutzen auch Airracer:

Bild

Horner - genau genommen Hoerner Wingtips sehen so aus:

Bild

Die Randbogenunterseite ist angeschrägt oder konkav. Auch hier wird der Wirbel nach außen verlagert und erhöht den Auftrieb erheblich.

Bild

All diese Methoden wirken aber nur in Normalfluglage.
Bei dir soll der Randbogen in Normallage, aber auch in Rückenlage gleichermaßen wirksam sein.
Ich vermute mal, dass dein neuer Randbogen oben-unten symmetrisch ist. Dann ist es genau genommen, kein Hoerner Wingtip.
Was du gebaut hast ist ein Scimitar Wingtip. Ähnlich wie bei APC Propellern gibt es 2 Hauptgründe für die Verwendung:
1. der Randwirbel wird minimiert und nach hinten gedrängt. Das macht viel weniger Widerstand und Lärm.
2. Austricksen von Reglementierungen, wie Mindestspannweiten. Pylonracer z.b. brauchen nur kleine Spannweiten zum Fliegen, müssen aber lt. Reglement eine MindestSW haben. Also werden riesige ausgespitzte Randbögen mit wenig Widerstand montiert.
Ausgehend von 10 cm mehr physischer Spannweite gehen dir jetzt ca. 3-5cm Auftriebsnutzen auf jeder Seite verloren weil die Tiefe dort zu klein wird.
Demgegenüber sind deine alten Flügel viel schlechter. Auftrieb liefern diese alten runden Formen in keine Richtung. Der riesige Randwirbel erzeugt viel Widerstand und vernichtet den Auftrieb auf den äußeren ca. 6cm. Dir fehlen also 12 cm nutzbare Spannweite
Dein neuer Flügel produziert also ca. 10% mehr Auftrieb, dürfte aber trotz der Mehr-SW eher weniger Widerstand induzieren.
Haben sich denn die Rundenzeiten geändert?
Frag doch mal an einer Uni mit Windkanal, ob sie das nicht mal messen wollen?
Hier findest du eine in deiner Nähe:

http://www.studieren-studium.com/studiu ... eutschland

Ich freue mich schon, demnächst die erfolgreichen "Holtermann-Wingtips" nachbauen zu können.

Zu dem Thema Zackenband und scharfe Nasenleiste habe ich dies gefunden:

http://www.flugmodellbau-kirch.de/Turbulatoren.htm

Besonders interessant ist Punkt 9.

Fesselkunstflugprofile haben allerdings auch sehr spezielle Anforderungen. Wir fliegen extrem langsam und brauchen sehr überziehsichere Eigenschaften bei minimaler Flächenbelastung.
Runde Vorderkanten galten eigentlich seit jeher als sehr abreißfest.
Warum hatten dann die alten Konstruktionen aus den 50ern(Cugar) scharfkantige Quadratleisten an der Nase?

Beste Grüße
Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#5Ungelesener BeitragVerfasst: 29.03.2017 07:43 
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Hallo Andreas,

wow, super recherchiert!! Dann habe ich wohl schon seit 1995 die Community mit "Alternative Facts" über meine Horner-Tips fehlgeleitet :???:

Diese Randbögen, ich meine natürlich die Scimitar Wingtips, machen mehr Auftrieb und ich habe sie in meiner Ultimate-Konstruktion (1995) erstmalig verwendet. Dann hat mich aber das unruhige Flugverhalten bei Turbolenzen gestört, da diese Flügelform am Randbogen mehr Auftrieb erzeugt und das Flugzeug anfälliger für Rollbewegungen um die Längsachse macht. Daher wieder die althergebrachte Randbogenform, die aber natürlich weniger Auftrieb erzeugt. Bei Verbrennermodellen hat's gereicht, bei Elektro wohl nicht. Vor Bau der neuen Fläche hatte ich Scimitar-Wingtips an die alte Fläche geklebt. Die Gesamtfläche erhöhte sich dadurch um ca. 1 dm2, der Auftrieb war etwas besser aber eine leichte Hunting-Tendenz noch immer spürbar.

Was ich aber eigentlich noch herausfinden möchte ist, ob und welchen Einfluss der Radius der Nasenleiste auf die Hunting-Tendenz hat. Dazu später mehr.

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#6Ungelesener BeitragVerfasst: 29.03.2017 12:00 
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Hallo Christoph,

so ist das halt mit dem überflüssigen Expertenwissen. Seit Jahren durchforste ich die Foren, um es endlich mal rauslassen zu können.
So - jetzt ist aber auch gut.
So falsch ist das ja gar nicht mit der Bezeichnung. In der Draufsicht sehen deine Randbögen tatsächlich genau aus wie die von Hoerner. Bei den Scimitars sind eigentlich die Spitzen nach hinten ausgezogen.

Wie auch immer, für die vergleichende Betrachtungen ist doch die Isolation einzelner Änderungen wichtig. Das nachträgliche Auswechseln der Randbögen ist dafür ideal. Hat überhaupt schon mal jemand Endplatten oder Wirbelkeulen verwendet?
Große Randwirbel erzeugen zwar einen großen Widerstand, aber dieser Faktor ist zuverlässig immer da. Das beruhigt den Flug. Wenn die Strömung an den Randbögen überwiegen laminar bleibt und nur gelegentlich bei äußeren Störungen dort spontan mal links, mal rechts abreißt, zappelt dein Modell natürlich unschön herum. Vielleicht hilft es schon, wenn du das Zackenband auch auf den Randbogen aufklebst.

Hier 2 Beispiele wie es die Manntragenden bei Extra und bei XtremeAir machen:

Bild

Bei Extra wird einfach gerade abgeschnitten.

Bild

Bei XtremeAir verwenden sie genau deine Form, vorn verrundet, hinten rechteckig.

Die Bedingungen sind natürlich nicht einfach übertragbar. Die Großen wollen möglichst schnelle Rollraten erreichen und müssen nicht so eckig durch die Loops. Auch wollen die, anders als wir, die Strömung kontrolliert komplett abreißen können.

Hat schon mal jemand mit wenig Spannweite und großer Flügeltiefe experimentiert? Wird dann die Rollneigung größer oder kleiner?

Im Architekturmodellbaufachhandel bekommst du Miniaturprofile aus MS, AL und PS. Ein 90° Winkel 4x4x0,5 mit Doppeltape und Stecknadeln an der Nasenleiste befestigt, könnte helfen. Ein Problem bei den scharfen Nasenleisten ist auf jeden Fall die Präzision. Ungenauigkeiten verzeihen die nicht.

Halte uns bitte auf dem Laufenden...

Gruß Andreas


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 Betreff des Beitrags: noch'n bissi was zum Turbulator [was: E-Hunting, schon wieder??]
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 15.04.2017 00:37 
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pylonrazor hat geschrieben:
Zu dem Thema Zackenband und scharfe Nasenleiste habe ich dies gefunden:

http://www.flugmodellbau-kirch.de/Turbulatoren.htm

Besonders interessant ist Punkt 9.

Fesselkunstflugprofile haben allerdings auch sehr spezielle Anforderungen. Wir fliegen extrem langsam und brauchen sehr überziehsichere Eigenschaften bei minimaler Flächenbelastung.
Runde Vorderkanten galten eigentlich seit jeher als sehr abreißfest.
Warum hatten dann die alten Konstruktionen aus den 50ern(Cugar) scharfkantige Quadratleisten an der Nase?

Es war mir schon früher bei Gunter Kirch aufgefallen, daß er einer der wenigen war, der den Effekt des einschneidenden Übergangs bei der kritischen Re-Zahl kannte, etliche Abhilfen vorstellt, dabei aber die spitze Nase so stiefmütterlich behandelt. Ob Horst Diemer aufgrund seines Wissens oder "nur" durch Beobachtung diese so richtig eckkkige Nasenleiste anwandte, ist letztlich egal. Sie ist im Plan mehrfach eindeutig so gezeichnet, wird in der BA hingegen nicht direkt erwähnt, wohl aber der Effekt: ".. so flogen mit bestem Erfolg Ausführungen bei 1500g Fluggewicht" und "auch das amerikanische Programm (.., Quadratlooping, Quadratachten, ..) können mit diesem Modell einwandfrei geflogen werden." Ein Blick über den Tellerrand hilft mal wieder: die Hallenflieger (nein, nicht F1D-Schwebeteile) kleben sich 3x0.5-Kohlefaser hochkant vorn an den Flügel. Da schützt er die Fliegetapete vor Einschlägen und vor allem vorm Verrunden. Durch die Kante wird sehr zwangsläufig ein enormer Druckanstieg verursacht, der als totale, aber sehr kurz Ablösung einen Quasi-Turbulator erzeugt. Damit wird die Gesamtumströmung fast ab Flächenbeginn turbulent anliegend. Die Gleitzahl ist zwar im Eimer, aber der Auftriebsbeiwert jubelt. Auch im Rückenflug, auch im Rückwärtsflug! (Verstellprop) Die Kante hinten schaut nämlich genauso aus.

Einen weiteren Turbulator führt Herr Kirch nur indirekt im Nebensatz auf, als er die schlecht fliegenden, folierten Amigos beklagt. Folierte Kadetten hingegen sind erfahrungsgemäß völlig problemlos. Die habe eine dicke Nasenleiste, die die Jungs auf's Baubrett nageln können (zu Kadettzeiten durften westdeutsche Mädchen nur Topflappen häkeln ...) Die Rippen haben einen großen Abstand, daß der Flügel schnell gebaut ist und der Flieger bald in die Luft kann. An der Rückkante der Nasenleiste fällt die Bespannung zwischen den Rippen massiv ein -> voilà, der Stolperfaden ist fertig, die Strömung turbulent anliegend. Nur hat keiner den Bauaufwand gemerkt ;-) Für diesen Zweck ein genialer Entwurf von KHD. Der Amigo hingegen ist ab der Version 2 von 1966 zwischen Nasenleiste und Holmobergurt beplankt.

Die großen Nasenradien sind freundlich im Abreißverhalten bei Zögling, Grunau Baby, Scheibe Specht, Piper PA 18 usw. Otto Normalpilot kennt man allerdings den Begriff der unterkritischen Strömung und des laminaren Abriß' nicht. Den kennen bestenfalls Modell(frei)flieger neben vereinzelten Windkanalaerodynamikern. Und Vögel und Insekten! Die haben auch Gegenmaßnahmen, die man heute erst zu verstehen beginnt, die Eule bei Kirch ist nur ein kleiner Teil dessen. Aber weil's früher halt kaum mal ernsthafte Untersuchungen von Modellprofilen gab, gab es solche Konstrukte wie NACA 2412 innen und NACA 2415 außen mit dem gleichzeitigen Versprechen des kreuzbraven Verhaltens. Die Hegi T45 eines Vereinsameraden war das gewiss nicht, aber jeder hat's brav nachgebetet.

Etwas besser zum subject passt der Storch. Lilienthals Storchenbeobachtungen, die zu seinem Buch "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst" und zu seinem Rotationsapparat führten, waren revolutionär, sein Polarendiagramm wird heute verwendet und nicht bezweifelt. Was er nicht erkannte, waren die Schwungfedern seines "Randbogens". Ein Storch ist wohl der beste Thermiksegler überhaupt, er muß es sein, denn seine Muskelmasse reicht gerade mal für 50..60m "Startüberhöhung", dann isser ersma breit. Er wiegt nicht soo viel mehr als ein anabolikavollgestopftes Zwölf-Wochen-Masthuhn aus der Tiefkühle beim Edeka, gute zwei Kilo, aber bei rund 1.80-2m Spannweite und 24-30cm Flügeltiefe. Wegen der Erderwärmung überwintern inzwischen viele in der Estremadura und Andalusien, sparen sich die Meerenge von Gibraltar. Ein Storch hat einen Gleitwinkel von 1:16 bei 18..20m/s, die Meerenge ist 16km breit, eine Thermik findet dort nicht statt, und dynamisches Segeln beherrschen Albatrosse und Kormorane, Möwen ein wenig, ein Storch eben nicht. Für Gleitwinkel braucht er kein hohes ca, aber für's Sammeln des nötigen Kilometers NN. Beim geringsten Sinken kommt er fast gegen 30cm/s hin, bei 7-9m/s. Der Flügel hat eine Streckung von nur 8-9.

Die sieben bis neun Randbogenfedern haben jede für sich einen Randwirbel. Der der ersten Feder dämpft schon den des zweiten usw. Die Gesamtfläche und damit die schädliche Wirkung der Vortices in der Frontalansicht ist um Welten geringer als einer unser dämlichen Randbögen. Soviel sie mittlerweile auch besser sein mögen als der vom o.e. Kadetten. Hohe Auftriebsbeiwerte und immer noch gutem Gleitwinkel kann er hervorragend, der Bodeneffektflug ist beeindruckend, aber Rückenflug .. :-/ Hilft drum leider nix für CL.

Was ich hier über'n Storch erzähle, stammt nicht von mir, sondern aus Heinz Eders Vorträgen über seine Beobachtungen und Meßreihen.

Durch mitfliegende Kameras kann man sich Vögel auch im Flug anschauen, wie sie es z.B. schaffen, beim Laden ihr Gewicht bei so niedrigen Geschwindigkeiten immer noch zu tragen, daß der Landeast erst beim Zusammenfalten der Flügel absinkt. Die hinteren Deckfedern der Oberseite können sich bei Rückströmung aufstellen und sie solcherart lokal(!) unterbinden. Das ist nicht muskulär verursacht wie das Aufstellen der Haare beim Gruselfilm, sondern nur durch die Struktur der Feder. Hier ist ein schönes Bild dazu: http://static.geo.de/bilder/52/0a/38567/galleryimage/1790d1d75ad37687cee76342820cc9b5.jpg

servus,
Patrick


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#8Ungelesener BeitragVerfasst: 08.05.2017 14:38 
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So, der Test mit spitzerer Nasenleiste ist gemacht:
Ich habe auf die Nasenleiste ein 2mm Kunststoffrohr aufgeklebt und einen Testflug gemacht. Ergebnis: Das Hunting war noch immer spürbar, dafür aber der Strömungsabriss in Ecken umso ausgeprägter. Dies hatte ich so fast erwartet

Ich lege die Fläche also jetzt "ad acta" und verwende sie u.U. noch in einem Verbrennermodell, falls ich denn jemals nochmals eines baue.

Ich werde im Winter versuchen, ein aerodynamisch möglichst ähnliches Modell zu bauen, denn das Hunting ist bei mir mit der neuen Fläche unter Kontrolle. Weitere Tests mache ich nun mit anderen Luftschrauben, z.B. Richis Dreiblattholzprop, der deutlich mehr Schub entwickelt, als mein Kohleprop. Aber das ist ein anderes Thema.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#9Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 09:54 
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Hi Christoph,

zum Thema Hunting habe ich mal gelesen, dass ein Motorsturz (1 Grad) in Kombination mit einem kleinen Höhenruderausschlag hilft.
Hast du das auch bei deinem Modell und ist das so selbstverständlich, dass es gar nicht mehr erwähnt wird?

Ich frage nur, um zu sehen, wieviele Parameter zum Hunting eine Rolle spielen (können).

Grüsse
Martin


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#10Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 10:03 
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Hallo Martin,

ja, mein Modell hat 1,34° Motorsturz und genauso viel Motoraußenzug. Das ergibt sich so, wenn man Unterlegscheiben bei der Motormontage bei zwei der 4 Befestigungen des Motors zwischenlegt. Mit dem Motorsturz konnte ich den Höhenruderausschlag nach unten fast ganz reduzieren. Bei 0°-Stellung, also ohne Motorsturz musste ich bei all meinen Fliegern die Schubstange kürzen, damit die Wendigkeit und das Tracking nach innen und außen gleich ist. Es ist ja so, dass aufgrund des Flugs entgegen den Uhrzeigersinn, dies automatisch zu einem Auftrieb (vgl. Dreifingerregel beim Kreisel) führt, dem mit Motorsturz oder aber einer Kürzung der Anlenkung des Höhenruders entgegengewirkt werden kann.
Es sind in der Tat viele Faktoren,die Hunting beeinflussen können.

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#11Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 12:25 
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Hallo Christoph !

Das Hunting-Thema finde ich sehr interessant, habe auch schon eine Theorie, die tatsächlich auf den Einzigen Unterschied von einem V zu einem E-Modell hinweist. Die ist aber noch etwas unausgegoren, deshalb nur soviel, hat etwas mit der Eigenschwingung des Modells und der Dämpfung der Querachse durch den dicken Kreisel vorn zu tun.
Ich habe einige Annahmen, kannst du mir sagen ob die Stimmen, b.z.w. sich mit deinen Beobachtungen Decken ?

1. Modelle mit Schweren Motoren/Propellern neigen mehr zum Hunting
2. Dicke Profile neigen zum Hunting
3. Hohe Flächenbelastung neigt zum Hunting
4. Hunting wird bei gleichem Modell bei höheren Rundenzeiten weniger
5. Hunting wird bei gleichem Modell an längeren Leinen stärker
6. Leinenaustrittsposition verändert das Hunting (Wenn ja, da wäre interessant zu wissen wie. Meine vermutung ist, weiter vorn wirds weniger)
7. Lange Rümpfe neigen weniger zum Hunting
8. Hunting passiert nicht in runden Figuren

Vielleicht ergibt sich ja ein brauchbares Bild

Viele Grüße,
Sebastian

P.S.: Eine Frage noch : Hat man schon bei weit vorn liegendem Leinenaustritt eine parrallele bewegung um die Hochachse beobachtet (gieren)?


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#12Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 12:54 
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Hallo Sebastian,

alles gute Fragen. Hier meine persönlichen Eindrücke:

1. Modelle mit Schweren Motoren/Propellern neigen mehr zum Hunting- Nein
2. Dicke Profile neigen zum Hunting - Nein
3. Hohe Flächenbelastung neigt zum Hunting - Ja
4. Hunting wird bei gleichem Modell bei höheren Rundenzeiten weniger - Ja
5. Hunting wird bei gleichem Modell an längeren Leinen stärker - Ja
6. Leinenaustrittsposition verändert das Hunting (Wenn ja, da wäre interessant zu wissen wie. Meine vermutung ist, weiter vorn wirds weniger) - Ja, tendenziell weiter vorne weniger
7. Lange Rümpfe neigen weniger zum Hunting - Nein
8. Hunting passiert nicht in runden Figuren - Korrekt

Generell ist es ja so, dass wir ja im Unterbewußtsein immer versuchen, dem Hunting entgegenzusteuern. Nur gelingt uns das bei Modellen mit diesen Symptomen nicht schnell genug, weshalb es anfängt, sich aufzuschwingen. Wir sind dann einfach zu langsam mit dem Gegensteuern. Deshalb liegst Du mit Deiner Frage nach den Rundenzeiten oder der Leinenlänge schon ganz gut. Ist das Modell nur langsam genug, huntet es nicht. Wir würden es sicher gut schaffen, es auf der richtigen Flughöhe zu halten. An langer Leine aber gleicher Rundenzeit fliegt das Modell schon schneller und das Gegensteuern müsste schneller erfolgen. Außerdem müssen wir erst mal die Elastizität der Leine (bei langer Leine eben mehr) überwinden, bevor beim Modell was ankommt.

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#13Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 15:25 
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Hi Christoph !

Ich denk ich hab eine gute Theorie.
A. Stell dir mal zwei Kreisel vor, ein gut gewuchteter, dass ist unser E-Motor, und ein schlecht gewuchteter, das ist unser V.
Der Ungewuchtete braucht viel Energie und Drehzahl für eine hohe Achsstabilität, der Gewuchtete (E-Motor) wenig.
B. Der Kreisel ist im Modell aufgehängt. Das Modell fliegt aber nicht geradeaus, sondern einen schönen Kreis und will den Kreisel Ablenken. Der Ungewuchtete ist eh unruhig und schwingt recht hochfrequent mit geringer Amplitude, das sind halt einfach Vibrationen des Motors :D
Die Geringen Kräfte die dort auftauchen bekommt man aerodynamisch gut Stabilisiert.
Der gewuchtete ist in der Lage, in die Ruheposition zurückzustreben. Das Modell ist aber gefesselt, der Kreisel fängt aber durch die Ablenkung an zu taumeln (Kreisbewegung Spinnerspitze um die Längsachse) Durch die Fesselung geht dies aber nur um die Querachse des Modells, nicht um die Hochachse. Dadurch bekommen wir die ganze energie beider Richtungen in die Bewegung um die Querachse.
C. Langer Hebelarm des Leitwerks funktioniert nicht richtig zur Stabilisierung, denn das Gesamtsystem wird gedreht, also auch die Schwingung. Ich würde sogar behaupten, es ist unmöglich ein Hunting auszusteuern, da man ja nur das Gesamtsystem inklusive Schwingung drehen kann, durch die Richtungsänderung bekommt man wieder ein Taumeln in den Kreisel.
D.Der vorn liegende Leinenaustritt kippt die Motorachse etwas nach Kreisinnen, dadurch wird die Ablenkung geringer; Kurze Leinen Erhöhen die Ablenkung; Hohe Fluggeschwindigkeit erhöht die Ablenkung.
E. In den Runden Figuren ist der Punkt erreicht, wo wir wieder völlig aus der Achsstabillität raus sind, deshalb kein Hunting.

Fazit :
Vermutlich eine rein mechanische Sache, deren Auswirkungen man mit Aerodynamischen Dingen etwas beeinflussen kann.
Es wäre mal interessant 10 Runden horizontal zu fliegen und die Schwingung zu zählen, dann eine kleine Unwucht am Motor anzubringen (zu große Unterlegscheibe o.Ä) und das Gleiche nochmal zu fliegen und zu zählen. Es müsste dann weniger werden, wenns das ist.
Ansonsten müssten Modelle mit weniger Leinenzug und Seitenleitwerksfläche auch weniger zum Hunting neigen. Da kommt dann auch die Brücke zur Flächenbelastung, das SLW ist im Verhältnis zu einer großen Fläche gegenüber einer Kleinen einfach kleiner und Stabilisiert so weniger um die Hochachse. Bei schweren Modellen kommt ausserdem wieder die Mechanik der Stabilisierung über die Leinen mehr zum Tragen

Jetzt darf im Detail gern alles zerrissen werden :D, Die Grobe richtung könnts aber schon sein
Grüße !


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#14Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 16:06 
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Hallo Sebastian,

ich musste mich gerade an den Kommentar eines Kameraden erinnern, der sich fragte, warum ein anderer seit Jahren versuchte den Lauf und das Verhalten eines ST-51 mit einem Elektromotor nachzubilden. Er könne doch einfach den ST-51 weiterfliegen :-D

So ist es sicher auch mit dem Hunting. Irgendwo wird es dann doch eine Lösung geben aber wer die Probleme mit dem Hunting z.Zt. starker bewertet als die Vorteile, die ein Elektroantrieb sonst hat, muss halt weiter Verbrenner fliegen.ich selbst liebe meinen ST-51 und auch meinen Enya-61. Beides Top-Motoren und ich habe auch die passenden Flieger dazu.

Ich habe mit meinen Tests versucht, mit wenig Aufwand die Wurzel des Übels zu finden. Hat leider nicht geklappt und mehr Zeit möchte ich nun nicht mehr investieren, obwohl es mich natürlich nach wie vor reizt.

Ich würde mich aber freuen, wenn Andere weiter experimentieren und Ihre Erfahrungen hier kundtun. Dafür ist das Forum da.

Danke nochmals für die Beiträge, evtl. setze ich ja doch noch den einen oder anderen Hinweis mal um.Kündige es aber nicht an, dann ist die Schmach nicht so groß, wenn's dann doch nicht geklappt. hat.

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#15Ungelesener BeitragVerfasst: 10.05.2017 19:39 
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Ja, da geb ich dir recht. Jetzt würde ja die Arbeit erst losgehen.
Ich habe aber weder ein Modell das hunted noch will ich F2B in absehbarer Zeit professionell fliegen, also auf bei mir priorität eher hinten bis gar nicht vernünftig machbar ohne entspr. Modell.
Grüße!


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