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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#16Ungelesener BeitragVerfasst: 15.06.2017 15:14 
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Holtermann hat geschrieben:
Ich würde mich aber freuen, wenn Andere weiter experimentieren und Ihre Erfahrungen hier kundtun. Dafür ist das Forum da.
Christoph


Hier ist ein Beitrag zum Thema: Fiat C.29 auf: http://www.fesselflug.ch/

Gruss


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#17Ungelesener BeitragVerfasst: 22.06.2017 09:37 
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Hallo Peter,

deine Fiat C.29 ist für mich wohl das schönste Modell seit langem.
Bei all den Tüfteleien und Berechnungen stellt mich mir nun auch die Frage: Hast's gelohnt? Fliegt das Modell so wie erwartet?

Liebe Grüsse
Martin


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#18Ungelesener BeitragVerfasst: 22.06.2017 12:10 
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Martin hat geschrieben:
Hallo Peter,

deine Fiat C.29 ist für mich wohl das schönste Modell seit langem.
Bei all den Tüfteleien und Berechnungen stellt mich mir nun auch die Frage: Hast's gelohnt? Fliegt das Modell so wie erwartet?

Liebe Grüsse
Martin


Die kurze Antwort ist: Ja

Etwas länger:

Bei einem im Kreis fliegenden Fesselflugmodell erzeugt der rotierende Propeller eine Kraft, welche die Nase des Flugzeuges nach oben oder unten, je nach Drehrichtung der Luftschraube, drückt. Um horizontal auf gleicher Höhe zu fliegen, muss der Pilot diese Kraft mit dem Höhensteuer ausgleichen. Mit dem Einbau elektrischer Antriebe wurde, infolge der grösseren, rotierenden Masse des Motors, auch die Kreiselkraft grösser und der Ausgleich durch das Höhensteuer, besonders beim Übergang vom Horizontal- zum Rückenflug konnte anspruchsvoll werden. Es ist denkbar, dass dies ursächlich zum sogenannten e-hunting, bzw. der Schwierigkeit im Rückenflug die Höhe exakt zu halten, beiträgt.

Mit der Konstruktion des Fiat C.29 wurde versucht, die Anordnung der Antriebskomponenten so auszulegen, dass eine möglichst weitgehende Kompensation der Kreiselkräfte eines F2B Druckpropeller-Antriebes zu erreichen. Dazu mussten zuerst die im Flug auftretenden Kräfte wie der Luftwiderstand der Zelle und der Kabel, sowie der Kreiselkräfte des Antriebes, bestimmt werden. Mit der unverzichtbaren und grosszügigen Hilfe von Dieter Siebenmann (Aerodynamik) und Wolfgang Nieuwkamp (Flugmechanische Mathematik) konnten danach die Anordnung und Ausrichtung aller Baugruppen berechnet werden:

• Die Motorzugachse liegt ca. 10 mm unterhalb der Mittelachse der Tragfläche.
• Die Motorzugachse ist in einem Winkel von ca.1.5° nach oben ausgerichtet.
• Die Mittelachse des Höhenleitwerks liegt ca. 20 mm oberhalb der Mittelachse der Tragfläche.
• Das Stabilo des Höhenleitwerks hat einen Anstellwinkel von ca.1° nach unten.
• Ein mit dem Höhenruder gekoppeltes Seitenruder schlägt bei vollem HR Ausschlag (45° nach oben) um ca. 20° nach aussen aus. Die Koppelung wird so ausgelegt, dass bei einem Ausschlag des HR nach unten kein, oder nur ein geringer, Ausschlag des Seitenruders nach innen erfolgt.

Mit den ersten Flugtests von Ende Mai 2017 wurden die erhofften Resultate insofern erreicht, als dass in jeder Fluglage und bei allen Manövern das Flugzeug gleichzeitig wendig und stabil zu fliegen ist und, dies vor allem, dass gleiche Ruderausschläge in jeder Situation zuverlässig gleiche, vorhersehbare Richtungsänderungen zur Folge hatten. Ohne besondere Trimmung flog, bzw. fliegt der Fiat C.20, sozusagen ab der Werkbank, sehr präzise und zielgenau exakt dorthin, wo der Pilot will. Dies sowohl im Horizontal- als auch im Rückenflug.

Details siehe: http://www.fesselflug.ch/content/werkst ... rstellung/


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#19Ungelesener BeitragVerfasst: 27.06.2017 23:12 
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Hallo Peter !

Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Dies sind Wirklich wertvolle informationen. Habt ihr eine ungefähre Größenordnung der Kreiselkräfte herausfinden können ? Könntet ihr euch vorstellen, die berechnungen auch zu veröffentlichen ?
Ich hab übrigens eine kleine lustige Entdeckung gemacht: Fidget Spinner :D
Da kann man sehr gut die Auswirkungen und Kraftrichtungen dran studieren. Erstaunlich, bei welch geringer Drehzahl die schon ihren eigenen Kopf haben ..
Ich hab mit denen ein Propeller auf einer Kreisflugbahn simuliert, einfach etwas vorsichtig gehalten, und mich um meine eigene Achse gedreht. Je nach dem, wie rum er gedreht hat, gabs dann eine Ablenkung von der Wagerechten der Propellerachse, was zu so ca. 20° abweichung von der Senkrechten (Propellerkreis) nach links oder rechts ergeben hat. Witzigerweise hab ich nichts über die gedachte Hochachse feststellen können, tatsächlich nur über die Querachse. Als er nicht rotiert ist, gabs auch keine besonderen Vorkommnisse.
Ich wollte noch ein kleines Video machen , aber Töchterchen hat den gerade verbummelt :D Aber die 3€ kann man ruhig mal investieren :D

Viele Grüße,
Sebastian


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#20Ungelesener BeitragVerfasst: 28.06.2017 10:52 
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1.) Unter den Flugbedingungen des C.29 (APC 12 x 6 EP, 9'500 U/min, 5.2 sec/Runde) beträgt die Kreiselkraft im Horizontal- oder Rückenflug von Rotor, Propeller und Spinner insgesamt 0.17 Nm um die Querachse.

2.) In Loopings und Ecken variert die Kreiselkraft, hier um die Hochachse, je nach Radius des Loopings bzw. der Ecke, von 0.25 bis zu 2 Nm.

Gegenwärtig baut Peter Hofacker sein neues Flugeug nach unseren Vorschlägen. Es wir gegen Mitte Juli fliegen. Sollten in der Folge auch seine Flugtests unsere Annahmen bestätigen, so werden wir selbstverständlich die Berechnungen im Einzelnen veröffentlichen.

Gruss,


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#21Ungelesener BeitragVerfasst: 10.07.2017 15:03 
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peter germann hat geschrieben:
Gegenwärtig baut Peter Hofacker sein neues Flugeug nach unseren Vorschlägen. Es wir gegen Mitte Juli fliegen. Sollten in der Folge auch seine Flugtests unsere Annahmen bestätigen, so werden wir selbstverständlich die Berechnungen im Einzelnen veröffentlichen.
Gruss,


Das Flugzeug von Peter Hofacker, ein e-pusher mit der exakt gleichen Auslegung wie mein C.29, fliegt und Peter berichtet uns heute (Auszug):

Flieger geht absolut symmetrisch.
Keinerlei "hunten" im Rückenflug feststellbar.
Spurt irgendwie nach dem Abheben auf 1.5m ein und hält exakt den Kurs.
Sehr zielgerichtetes Gerät.
Manöver Ausflüge sauber
Schöne Ecken mit SP 194 mm eingestellt. Räder jedoch versetzt sichtbar im Rückflug, da 50 mm Leinenausgang mitte hinter SP.
APC 12x6 dreht 9340 U / min mit 5.05 Rundenzeit (Breitenbach Kabel).

Wir analysieren jetzt bis Ende Saison 2017 beide Modelle um herauszufinden, ob unser Konzept für e-pusher Flugzeuge sich in der Praxis als grundsätzlich richtig herausstellt:

Zugachse Motor 10 mm unter der Mittellinie des Flügels
Zugachse Motor 1.2 ° nach oben
Höhenleitwerk 25 mm über der Mittellinie des Flügels
Anstellwinkel Stabilo 1° nach unten
Nasenleist Stabilo spitz
Rabe Seitenruder schlägt, bei Ausschlag HR nach oben, nach Aussen aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#22Ungelesener BeitragVerfasst: 11.07.2017 15:13 
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Eure Versuche sind wirklich vielversprechend.

Auch ich bin am Wochenende mal geflogen und habe andere Leinen benutzt, die länger (20cm) aber auch nicht gleichlang waren. Im Rückenflug musste ich immer drücken und konnte so kaum gute Runden ohne Hunting hinkriegen. Nachdem ich den Griff um 1,5mm verstellt habe, liegt er im Rücken und im Normalflug nun wieder wie auf Schienen. Soll heißen: Dass auch die Griffeinstellung einen großen Einfluss auf's Hunting haben kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#23Ungelesener BeitragVerfasst: 12.07.2017 13:55 
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Warum fliege ich Pusher Propeller?

Ich fliege allein, ohne Startfalle oder Helfer, auf Hartbelag. Mit einem Tractor Propeller dreht sich dabei beim Hochlaufen des Motors während dem Anrollen die Nase des Fliegers mehr oder weniger brüsk nach Innen und der Leinenzug bricht zusammen. Je nach Einstellung der Hochlaufbeschleunigung kann dieser Effekt von unangenehm bis sehr gefährlich sein. Bei umgekehrter Drehrichtung mit dem Pusher Propeller ist auch der Effekt umgekehrt, d.h. die Nase des Fliegers dreht sich schon in den ersten 2 m des Rollens nach Aussen und der Leinenzug wird gleichmässig aufgebaut. Dies ist nicht nur wesentlich sicherer, es erleichtert auch eine bessere Kontrolle des Startmanövers.

Beim Tractor Antrieb erzeugt die Kreiselkraft des Antriebes in Aussen Loopings bzw Ecken eine Kraft, welche die Nase des Flugzeuges nach Innen dreht. Dies reduziert den Leinenzug im oberen Looping der stehenden Acht und in der zweiten und dritten Ecke des Stundenglases. Bei umgekehrter Drehrichtung mit dem Pusher Propeller ist auch dieser Effekt umgekehrt, d.h. die Nase des Fliegers strebt in diesen kritischen Manövern nach Aussen. Vor allem die oberen Ecken im Stundenglas lassen so etwas ausgeprägter fliegen.

Auf das wohl fälschlicherweise so bezeichnete "e-hunting" hat der Pusher Betrieb nur dann einen günstigen Einfluss, wenn die Motor- Zugachse sowohl unter unter der Mittellinie der Tragfläche liegt als auch um ca 1° nach oben gerichtet ist. Nur damit ist das Pitch- (oder Nick-) Moment des Antriebes sowohl im Horizontal- als auch im Rückenflug in etwa gleich. So lässt es sich vermeiden, dass der Pilot im Horizontal- und Rückenflug eine unterschiedliche Haltung der Hand einnehmen muss. Es ist, nach meiner heutigen Meinung, allein diese unterschiedliche Haltung welche das "e-hunting", bzw. die Schwierigkeit zur Einhaltung der Höhe im Rückenflug, verursacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#24Ungelesener BeitragVerfasst: 25.07.2017 14:21 
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Peter hat Recht und eine wesentliche Maßnahme, um Hunting zu reduzieren, evtl. sogar ganz abzustellen, ist, den Motorsturz korrekt einzustellen, was bei Elektroantrieb so wunderbar einfach geht: Man legt einfach Unterlegscheiben unter 2 der 4 Motorbefestigungsgewinde. Eine 0,5mm Scheibe ergibt ca. 1-1,5°. Wenn die Befestigungslöcher so sind, dass mit Unterlegen gleichzeitig auch Seitenzug eingebaut wird, ist dies nicht weiter schlimm. Motorseitenzug stört nicht.

Ihr startet, indem Ihr zuerst Flap zu Höhenruder prüft. Es sollten bei 0° Flapausschlag auch 0° Höhenruderausschlag sein. Ihr habt dann genug Motorsturz eingebaut, wenn beim Stop des Motors das Flugzeug nicht mehr steigt (bei Tractor-Propeller). Also die letzten Runden im Normalflug auf 1,5m Höhe fliegen, Griff festhalten und auf Motoraus warten. Danach nicht nachsteuern! Das Modell soll geradeaus weiterfliegen. Tut es dies nicht, sondern geht nach unten, was in den meisten Fällen so ist, braucht Ihr mehr Motorsturz.

Bei meinem Flugzeug habe ich 0,5mm untergelegt. Das führt bei mir (25 mm Lochabstand) zu genau 1,4° Motorsturz und 1,4° Motoraußenzug.


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 Betreff des Beitrags: Re: E-Hunting, schon wieder??
#25Ungelesener BeitragVerfasst: 29.07.2017 16:28 
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Hier einige einige Daten zum C. 29:

Dateianhang:
Fiat C-29 F2B .xls [400.5 KiB]
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