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 Betreff des Beitrags: Mein Colonel fliegt als eColonel
#1Ungelesener BeitragVerfasst: 05.07.2012 11:22 
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Hallo,

Lange angekündigt, endlich ist es so weit. Mein Colonel fliegt als Elektro-Version.
Da ich sehr von anderen Berichten zu Elektro-Modellen profitiert habe, schreibe ich euch nun auch meine Erfahrungen dazu.

Meine Antriebskonfiguration sieht so aus:
Motor: Roxxy C35-36-06 (110 gr.)
Batterie: TP-G6-ProLite-25C 2700 3S (182 gr.)
Regler: Ice 50 von Castle Creations (den ICE lite 50 habe ich leider nicht bekommen) (70 gr.)
FF-Timer von Hermann

Mein alter Colonel wiegt nun mit allen Komponenten 1400 gr. und fällt wohl damit in die Klasse "BLEI" . Aber was soll ich machen. Damals (1981) konnte ich nur das verbauen, was mir mein Modellbauladen verkauft hat.
Für den ersten Flug selbst kann ich euch folgende Daten mitteilen:
Flugzeit: 4 Min.
Rundenzeit: 8 Sek.
Leistungseinstellung im FF-Timer: 90% (mit Leistungerhöhung nach 120 sek. um 3% alle 30 sek.)
Propeller: APC 10*5 E
RPM: 10080
Stromverbrauch: 1200mAh (lt. ICE 50), nachgeladen 1400mAh (wie hoch ist die Selbstentladung nach 2 Wochen?)
Strom laut ICE: 16,5 A (max. 24,5) => 180W (max. 267W) und Erwärmung d. Motors auf 35°C
(Batterie und Motor waren handwarm)

Zum Vergleich:
Im Stand hatte ich mit dem 10x5 E bei 3 Minuten einen Verbrauch von knapp 1500mAh. D.h. bei 4 Minuten ergeben sich ca. 2000mAh.
Der IcE 50 sagt noch: 10.400 RPM; max 27A; 285W (eCalc liefert auch diese Zahlen)

Wie ihr seht, ist der Flieger in dieser Konfiguration zu langsam unterwegs. Für den Erstflug war das aber gar nicht schlecht, so hatte ich doch mit diesem 'gemütlichen' Flug die Möglichkeit mich langsam wieder einzufummeln.
Für den nächsten Flug habe ich nun einen 10x6 E bestellt (warum sind diese Props so schwer zu bekommen?).
Ich rechne dann mal mit 20% mehr Leistungsbedarf - ich bin also im grünen Bereich.
Die Flugdaten liefere ich dann nach.

An dieser Stelle möchte ich mich für all die Unterstützung und Tipps bedanken:
Vielen Dank an Frank, Claus, Hermann (sorry, wenn ich genervt habe), Peter, Markus Müller, Axel und Rudi und an alle, die ich jetzt vergessen habe.

Da dies auch mein Wiedereinstieg ist, möchte ich für alle, die es auch wagen wollen, hier noch weiter ausführen.

Die Wahl des Elektro-Motors:
Wie habe ich nun meinem Motor ausgewählt? Ich glaube, dass jeder, der mit dieser Thematik beginnt, vor derselben Frage steht.
Die Beschreibungen zu den Elektro-Motoren sind so mager und speziell, dass sie nur ein Elektroingenieur oder Doktor der Physik versteht. Teilweise habe ich auf ausländischen Sites mehr Informationen gefunden als beim Hersteller selbst. Da ich aber nicht einfach eine beschriebene Antriebskonfiguration übernehmen wollte, sondern meine eigenen Vorstellungen umsetzen wollte, war ich dann doch irgendwann etwas frustriert.
Durch Zufall habe ich die Site http://www.ecalc.ch/motorcalc.htm?ecalc von Markus Müller gefunden, mit der man sehr komfortabel sehen kann, wie sich ein Motor verhält. Da dort auch eine riesige Auswahl von Elektro-Motoren hinterlegt ist, kann man durch Ausprobieren seinen Motor finden - mit allen Leistungs- und Verbrauchswerten. Dabei findet man übrigens auch den richtigen Propeller! Und damit auch die geeignete Batterie!

Hier vielleicht ein kleiner Hinweis: APC war für mich der Inbegriff eines E-Propellers und lag damit völlig schief.
Erst die Zusatz-Bezeichnung "E" macht aus einem Propeller einen E-Propeller!

Zur Batterie:
Meine Batterie ist zu knapp kalkuliert, wenn man davon ausgeht, dass nach dem Flug nur 70% der Leistung entnommen sein sollen (wg. hoher Dauerleistung). Mit 4 Minuten wird man wohl kein FAI-Programm fliegen können. Für mich reicht es aus. Aber vielleicht schaffe ich mit einem 9x6 (wie von Claus empfohlen) doch noch 5 Minuten. Ich experimentiere weiter.
Übrigens: Wie man leichte Batterien findet, ist mir nach wie vor unbekannt. Wer kann da weiterhelfen?

Der Regler:
Den Ice 50 als Regler habe ich mir geleistet, weil ich keinen Drehzahlmesser habe und auch keine Möglichkeit habe den Stromfluß im Betrieb zu messen. Mit seiner Protokollierungsfunktion erspart er mir das und trotzdem habe ich die Möglichkeit alle Flüge und Standversuche komfortabel auszuwerten (Adapter mit USB-Schnittstelle). Er kostet zwar etwas mehr, bietet aber auch eine spezielle Fesselflug-Konfiguration und ist mit den vielfältigen Einstellmöglichkeiten sein Geld wirklich wert.

Das Thema "Öse binden" hat sich für mich von alleine gelöst. Da ich die Beschreibungen von Claus und Frank kenne, habe ich Ausschau gehalten nach Ösen und nach dünnen Kupferröhrchen. Die Kupferröhrchen habe ich dann in Nürnberg gefunden - bei Albatros Modellcenter.
Der Laden hat mir sehr geholfen beim Thema "welchen Stecker löte ich wo an?". Übrigens findet man hier Fesselflugbaukästen! Bei meinem ersten Besuch dort fühlte ich mich in meine Jugend zurückversetzt und habe gestaunt wie damals.
Die Röhrchen tragen folgende Bezeichnung:
K&S Engineering
Rd. Copper
1/16 x .014 (1.57mm x 0.355mm)
In der Packung sind 3 Stück a 30 cm.

Wer noch Fragen hat, soll alle Hemmungen fallen lassen und fragen. Man hat mir hier im Forum und bei den Treffen "Süd" immer sehr geholfen.

Martin


Zuletzt geändert von Martin am 13.07.2012 12:49, insgesamt 3-mal geändert.

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#2Ungelesener BeitragVerfasst: 07.07.2012 15:31 
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2. Versuch
Nachdem der neue Propeller (10x6) da war, habe ich sofort meine Wiese aufgesucht. Wie erhofft hatte ich mehr Power.

Die reinen Flugdaten sahen deshalb dann so aus:
Flugzeit: 4 Min.
Rundenzeit: 6 sek.
Leistungseinstellung im FF-Timer: 90% (gleiche Einstellung wie vorher)
Propeller: 10x6 E
RPM: 9760 U/min
Stromverbrauch: 1765 mAh nachgeladen (lt. ICE 1670mAh)
Strom laut ICE: 24A (max. 32A) -> 260W (max. 345W) => 40°C Motortemp.
(Batterie und Motor waren gefühlt wärmer als beim ersten Flug)

Das bedeutete für mich, dass ich auch einen Looping wagen konnte. Auch halbe Wingover waren möglich. Mit anderen Worten es hat richtig Spass gemacht. Vielleicht werd' ich doch noch ein Kunstflieger - meine Tochter war zumindestens beeindruckt.
Allerdings taumelt mein Flieger beim Ausleiten/Abfangen aus dem Looping unschön. Bin ich zu hektisch oder was kann das sonst sein?

Als Fazit kann ich nur sagen:
Das Fliegen mit einem E-Modell ist sehr entspannend - im Vergleich zu früher:

Erst habe ich riesige Menge an Utensilien zur Startwiese schleppen müssen: Treibstoff, Batterie, Reinigungmittel mit einem ganzen Set von Lappen, Kabel, Schläuche, Spritzen, Fingerschutz, Startfalle, Ersatz-Glühkerzen usw.
- Heute habe ich nur mein Modell und ein Beutelchen mit allem Notwendigen.

Dann habe ich mich abgemüht, den Motor zum Laufen zu bringen. Dabei hat er mir regelmäßig auf die Finger gehauen - danke! Wenn er dann endlich lief, war ich meist so fertig, dass ich fast keine Lust mehr hatte zu fliegen.
- Heute drücke ich ein Knöpfchen ;-D

Und zum Schluss musste der Flieger gereinigt werden. Irgendwie habe ich ihn nie sauber gekriegt. Noch Tage später konnte man riechen, dass mein Flieger in Betrieb war.
- Heute darf ich nach meinem Flug den Flieger einfach einpacken und kriege von meiner Tochter noch einen Kuss!

Wie ihr sehen könnt, die Vorteile liegen einfach auf der Wange!


Viele Grüsse aus Oberfranken
Martin


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 Betreff des Beitrags: Aus - vorbei
#3Ungelesener BeitragVerfasst: 23.09.2012 19:58 
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Heute war ich wieder auf meiner Flugwiese.
Beim Aussen-Looping hatte ich dann eine nette Bodenberührung :'(

Es ist zum Heulen - ich hab' Reaktionszeiten wie ein Hydrant.
Der Schaden - naja. Das Bild spricht für sich und erzählt alles.

Martin


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#4Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2012 18:09 
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Nuja das ist doch gleich repariert...


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#5Ungelesener BeitragVerfasst: 25.09.2012 12:30 
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Hallo Christian,

Danke für Deine aufmunternden Worte.
Mit ein paar Winkeleisen und Dübeln krieg ich das schon wieder fest.

Grüsse
Martin


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#6Ungelesener BeitragVerfasst: 25.09.2012 19:47 
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Ich würde ja zu Sekundenkleber tendieren, statt Winkeleisen :-)

Und evtl. solltest Du erwägen den Flieger ein wenig schneller zu fliegen.
Ich finde 6sec./Runde sind noch immer zu langsam. 5,2 bis 5,4 sec./Runde wären ideal.
Wenn Du Glück hast haben sich dann auch die Wackler nach den Loopings erledigt.

Grüße
Frank


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 Betreff des Beitrags: Nachbetrachtung
#7Ungelesener BeitragVerfasst: 07.12.2012 14:23 
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Mit 9840rpm (10*6 E) habe ich Rundenzeiten von etwas mehr als 5 Sek..
Hektische Abfangmanöver führen immer noch zu unschönen Taumelbewegungen. Wahrscheinlich habe ich da Strömungsabrisse am Leitwerk.

Leider macht die Batterie schlapp. Obwohl ich im Flug nur max. 36A ziehe, zeigt die Batterie (25C) bereits Alterungserscheinungen:
die Ladezeiten sind inzwischen sehr lange - wobei sich das eher auf das Balancing bezieht. Die Kapazität selbst ist schnell nachgeladen.
An mangelnder Kühlung kann es auch nicht liegen, da die Batterie bei meinem Brettrumpfmodell sehr gut gekühlt wird. Trotzdem wird die Batterie ziemlich warm.

Vielleicht rächt sich auch, dass ich die Batterien nicht so eingefahren habe wie es Ulli K. in "LiPo - Lebensdauer" beschrieben hat.

Von Peter Germann habe ich nun beim Klippeneck-Seminar gelernt, dass ich hier Batterien mit höheren Dauerbelastungswerten (z.B. 35C oder mehr) einsetzen muß (siehe auch http://www.fesselflug.eu/html/elektrisc ... r_f2b.html).


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 Betreff des Beitrags: Lipo´s
#8Ungelesener BeitragVerfasst: 08.12.2012 13:38 
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Hi!

die Probleme mit den Akkus liegen evtl. an zu guter Kühlung! Lipo Akkus funktionieren erst bei ca 30-35 Grad so richtig gut. Bei dem Wetter auf nem Brett montiert sind sie zu kalt. Ein ähnliches Problem habe ich bei meinen Hubschraubern. Hier nutze ich im Winter eine andere Gaskurve um das Leistungsmanko auszugleichen. Vorgewärmt werden die Akkus in einer Styroporbox (freundliche Spende vom Lieferdienst) mit einem Handwärmer aus der Wintersport Industrie. Das Auskühlen ist natürlich unter der Haube langsamer, aber doch deutlich zu merken...

Deshalb passe ich im Winter die Flugzeit entsprechend an.

Viele Grüße

Christian


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#9Ungelesener BeitragVerfasst: 09.12.2012 17:45 
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Hi Christian,

meine Nachbetrachtung bezieht sich nicht (noch nicht) auf Flüge im Winter. Mein letzter Flug war am 01. Nov.
Ich bin aber dabei einen Schutz für meine Batterien zu bauen, so dass ich auch Winter fliegen kann. Ich bin gespannt wie dann die Flüge aussehen.

Grüsse
Martin


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